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Moderne Zeiten – armes Deutschland

Die Wirtschaft boomt, steile 1,5 Prozent im ersten Quartal, und trotzdem sind wir arm und können uns nur eine Bildidee leisten. Armes Deutschland

Unsere Wirtschaft hat sich erholt, und zwar “mit voller Wucht”, so Spiegel Online. 1,5 Prozent Wachstum, das seien Werte, so gut wie in der Vorkriegskrisenzeit. Import und Export florieren, sagt auch Zeit Online. Das sind sicherlich gute Nachrichten, die da aus dem Statistischen Bundesamt kommen, und dann noch an einem Wochenende, das vor lauter guter Nachrichten (BVB Deutscher Meister, Lena Europameister, 200. Jahresfeier von Panamas Unabhängigkeit) eh kaum weiß, wo es noch die paar schlechten (Pakistan, Libyen, Fukushima, Frankfurt, Facebook, Bild-Zeitung) unterbringen soll.

Interessant und ein bisschen lustig ist, dass beide zuständigen Bildredakteure eine nahezu identische Vorstellung hatten, wie denn die große deutsche Wirtschaftsmaschine, die mit voller Wucht wieder ins Rollen kommt, dargestellt werden kann. Mit einem kleinen Menschlein mittendrin nämlich. Entweder, um zu zeigen, dass wir aus unseren Fehlern gelernt haben und der Wirtschaft nun ein menschliches Antlitz verpassen, bzw. sie selbst dafür sorgt, dass sie vornerum nett lächelt. Oder weil im Hinterkopf immer noch ein unauslöschliches Bild steckt. Das vom Tramp, gefangen in den Zahnrädern, nicht als Meister, sondern als Ausgelieferter der Maschine.

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